Energie

kommt aus verschiedenen Energieträgern, darunter insbesondere Kohle, Erdöl, Naturgas, Uran (für Atomenergie). Der Energiewirtschaft kommt in der modernen Volkswirtschaft eine entscheidende Bedeutung zu. Aufgabe der Energiepolitik ist es, eine bestmögliche Entwicklung der Energieversorgung für die Volkswirtschaft sicherzustellen. In diesem Sinn geht es darum sowohl die Unternehmungen
als auch die privaten Haushalte und die verschiedenen öffentlichen Einrichtungen ausreichend und möglichst kostengünstig mit Energie zu versorgen.

Eine besondere Problematik ergibt sich im Hinblick auf die Notwendigkeit, die Energieerzeugung möglichst umweltschonend zu gestalten (Umweltschutz). Wegen der besonderen Bedeutung der Energie für die gesamte Volkswirtschaft wird auch in Staaten mit einem marktwirtschaftlichen System der freie Wettbewerb durch die Energiepolitik eingeschränkt; in
den meisten Staaten sind weite Bereiche der Energiewirtschaft im Eigentum von Gebietskörperschaften oder zumindest unter deren Kontrolle, wenngleich in den letzten Jahren viele (Teil-)Privatisierungen stattgefunden haben (z. B. British Gas, Verbundgesellschaft in Österreich). Die ungleiche Verteilung der Energieträger auf die einzelnen Volkswirtschaften bringt es mit sich, daß der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Energiewirtschaft besondere Bedeutung zukommt. Dies zeigte sich insbesondere während der Erdölkrise 1973 deutlich. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) – gegründet 1960 auf Initiative Venezuelas -setzte die Erdölversorgung der Industriestaaten
als politische Waffe 1973 (im Zusammenhang mit dem arabisch-israelischen Konflikt) erfolgreich ein. Mittlerweile ist die Macht des „Erdölkartells“ gesunken.

Sparmaßnahmen der Industriestaaten, Entwicklung energiesparender Techniken, Entdeckung neuer Erdölvorkommen, deren Ausnützung aufgrund des höheren Erdölpreises wirtschaftlich interessant wurde, z. B. Nordseeöl, führten zu einem Absinken der Marktmacht des Kartells. Die bedeutsamen Finanzierungsströme, die durch die weltwirtschaftlichen Verflechtungen im Bereich der Energiewirtschaft zustandekommen, bewirken wesentliche Auswirkungen auf die Zahlungsbilanzentwicklung sowohl der Industriestaaten wie der Entwicklungsländer. Die bedeutsamen Einnahmen der erdölproduzierenden Länder (Petro-Dollars) haben weitreichende Umstrukturierungen in diesen Staaten mit sich gebracht. Die Industriestaaten versuchten gleichfalls, durch Zusammenschlüsse wie der nlnternationalen
Energieagenturc (IEA) die Zusammenarbeit zu fördern. In diesem Sinn wird eine Verminderung des ÖIverbrauchs sowie die Entwicklung neuer Energiequellen angestrebt. Die bisherige Entwicklung zeigt nur begrenzte Möglichkeiten einer solchen internationalen Kooperation.

Österreich ist auf dem Sektor der Erzeugung von elektrischem Strom (insbesondere aus Wasserkraft) im wesentlichen Selbstversorger und führt auch Exporte durch; auch auf dem Erdölsektor führen die österreichischen Erdölvorkommen zumindest zu einer teilweisen Sicherung der Versorgung. Ziel der Energiepolitik muß es sein, einerseits durch entsprechende Vorratshaltung längerfristig Schwierigkeiten
bei der Anlieferung entsprechender Energieträger zu überwinden, anderseits aber auch durch Sparmaßnahmen die Steigerungsrate des Energieverbrauches in Grenzen zu halten; dies nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes,sondern auch, um die Zahlungsbilanz nicht zusätzlich zu belasten.

Mit den stark steigenden Kosten konventioneller Energien und auch infolge der politisch problematischen Abhängigkeit von den erdölexportierenden Staaten ist die Suche nach Alternativenergien (z. B. Sonnenenergie, einsetzbar gemacht durch Sonnenkollektoren z. B. für Heizzwecke, Bio-Wärme bzw. Bio-Gas, aus Abfällen in der Landwirtschaft gewonnen) forciert worden. Dem Einsatz von Kernenergie
steht in Österreich das Ergebnis einer Volksabstimmung entgegen. Übrigens überwacht bei Atomkraftwerken die in Wien ansässige UNO-Sonderorganisation IAEO (International Atomic Energy Organisation), daß die Kernkraft friedlich genutzt wird. Energiepolitische Fragen gewinnen angesichts ihrer Zusammenhänge mit dem Umweltschutz immer größere innenpolitische Bedeutung. Dies zeigt nicht nur die Entwicklung der Kernenergie, sondern auch die Auseinandersetzung um neue Kraftwerke traditioneller Art.

Dies wurde am Beispiel der Auseinandersetzung um den Bau von Donaukraftwerken deutlich. In der Energiepolitik ist eine längerfristige Konzeption unerläßlich, ebenso eine Berücksichtigung wirtschaftlicher, sozialer und politischer Erfordernisse.

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