Das Geschäftsmodell von Facebook

By | April 1, 2013

Kundensegmente

Die Kundensegmente behandeln die Zielgruppe des Unternehmens. Dabei handelt es sich um Gruppen von Personen oder Organisationen, welche vom Unternehmen mit Produkten und/oder Dienstleistungen umworben werden. Was sind die Kundensegmente von Google+?
Google+, das prominenteste soziale Netzwerk aus dem Hause Google, zählt sowohl Privatpersonen als auch Firmen, Vereine, Institutionen und andere nicht natürliche Personen wie ­z. B. Familien oder Freundeskreise zu seiner Zielgruppe. Somit hat sich Google+ sehr breit positioniert und eine Plattform geschaffen, die alles „aus einer Hand“ anbietet. Die Darstellung von Privatpersonen als natürliche Personen wird bei Google+ Profil genannt, während die Darstellung nicht natürlicher Personen als Google+ Seiten bezeichnet wird. Beide unterscheiden sich nur wenig in ihrem Auftritt. Nicht zu unterschätzen ist Google+ als Werbeplattform für Unternehmen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können sich hier recht einfach eine professionelle Internetpräsenz aufbauen. Die Funktion Hangouts mit ­der Videokonferenzen möglich sind und deren Veröffentlichung auf ­YouTube sind nicht zu unterschätzende Marketinginstrumente.

Wertangebote

Unter dem Wertangebot wird die Gesamtheit aller Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens verstanden, welches Wert für die Kundensegmente erzielt. Welches Wertangebot bietet Google+ seinen Kunden an?
Um es mit den Worten von Google+ zu sagen, bietet das Netzwerk das ­“ Teilen im Web wie im richtigen Leben ­“ und das “ Teilen der richtigen Dinge mit den richtigen Menschen“ an. Über dieses Netzwerk können sich Menschen austauschen, indem sie Informationen oder Bilder verschicken, Spiele miteinander spielen oder sich zu einer Videokonferenz zusammenfinden (oder sich gemeinsam einen Youtube-Film ansehen). Über die Funktion +1 kann der Nutzer von Google+ mitteilen, was ihm gefällt was er als positiv empfindet und damit sein Erscheinungsbild personalisieren. Google+ ­Local, ein Shop Bewertungsportal und Google+ Events, mit dem zu persönlichen oder öffentlichen Veranstaltungen eingeladen werden kann, erweitern das Angebot.
Die Seite von Google+ wirkt aufgeräumt und übersichtlich, was bei vielen anderen Social Networks nicht mehr gilt. Hier können die Kontakte in verschiedene „­Circles“ sortiert und gruppiert werden. Danach ist es eine persönliche Entscheidung mit wem, welche Informationen ausgetauscht werden. In diese „­Circles“ können auch Personen eingeladen werden, die nicht auf Google+ gemeldet sind. Sie werden dann über E-Mail kontaktiert. Mit den passenden Apps kann Google+ problemlos auch unterwegs genutzt werden.

Kanäle

Wie erreicht das Unternehmen seine Kundensegmente? Wie werden diese Kundensegmente angesprochen, um das zuvor beschriebene Wertangebot zu vermitteln? Über welche Kanäle erreicht Google+ seine Kunden?
Google+ erreicht seine Kunden hauptsächlich über die Verknüpfung zu eigenen Google Produkten. Über die Google Websuche wird Google+ mit angezeigt und wurde anfangs zwecks Verbreitung des neuen Netzwerkes sogar bevorzugt. Auch wird man automatisch Mitglied bei Google+ sobald man sich bei YouTube oder Gmail registriert. Erhält ein nicht Google+ Nutzer eine Nachricht oder Bilddatei eines Google+ Nutzers erfolgt auch da immer eine Einladung per E-Mail in das Netzwerk. Google Drive Dokumente können auch über Google+ ausgetauscht und sogar gemeinsam bearbeitet werden. Ebenso können in Google Play Apps nur noch durch eine Zertifizierung über Google+ bewertet werden.

Kundenbeziehungen

Dieser Teil des Geschäftsmodells behandelt die Beziehung und deren Pflege zwischen dem Unternehmen und den wichtigsten Kundensegmenten? Wie sind die Kundenbeziehungen von Google+ zu seinen Nutzern?
Zu seinen Kunden unterhält Google+ eine sehr enge Beziehung, indem es seinen Nutzern eine Plattform anbietet, in der sämtliche Google Dienste nahtlos ineinandergreifen. Das Konzept ist so aufgebaut, dass voraussichtlich niemand der sich eine Internetpräsenz wünscht, künftig an Google+ vorbeikommt. Auch wenn diese Tatsache bei vielen Nutzern gemischte Gefühle auslöst und die Angst vor der vollkommenen Transparenz dabei mitschwingt, wird Google+ doch angenommen, da es viele praktische Funktionen anbietet.

Einnahmequellen

Für welche Werte sind die Kunden wirklich bereit zu bezahlen? Wie viel trägt jede Einnahmequelle zum Gesamtumsatz bei? Welches sind die Einnahmequellen von Google+?
Die Einnahmequellen von Google+ sind der Verkauf von Werbung. Nutzer von Google werden mit „personalisierter“ Werbung konfrontiert. Dafür sammelt Google die Daten des Social Networks und schließt daraus auf das Konsumverhalten seiner Nutzer. Zielgruppenorientierte Werbung verspricht eine größere Effektivität und kostet auch mehr. Aktuell bindet Google noch keine Werbung auf den Google+ Seiten selbst ein, wobei dies nicht gänzlich ausgeschlossen wird. So ätzte der Google+ Manager Horowitz gegenüber Facebook, dass Google+ sauber und aufgeräumt sei, während Facebook überall Werbebanner positioniert hat.
Auch für die Suchmaschinenoptimierung sind diese Daten von großem Nutzen für Google. Die wichtige Komponente der „­Social Graph“ fließt somit in die Datensammlung mit ein und deutet auf eine neue Dimension der Suchmaschinenoptimierung hin. Dies verschafft Google anderen Mitbewerbern gegenüber einen entscheidenden Vorteil.

Schlüsselressourcen

Was sind die wichtigsten Wirtschaftsgüter, damit das Geschäftsmodell auch tatsächlich funktioniert? Ohne diese Schlüsselressourcen würde es nicht gelingen ein nachhaltiges, erfolgreiches Geschäftsmodell zu kreieren und diese zu betreiben. Welches sind die Schlüsselressourcen von Google+?
Zu den Schlüsselressourcen von Google+ gehören eindeutig die digitalen Daten seiner Nutzer. Durch die enge Verknüpfung von Google+ zu den anderen Google Anwendungen werden die Nutzer für Google transparent und durchschaubar. Die Datenflut wird weiterverarbeitet und gibt Auskunft über das Verhalten der Menschen in bestimmten Situationen. Persönliche Interessen und individuelle Reaktionen sind wichtige Informationen, die ausgewertet von großem Nutzen sind. Nicht zu unterschätzen ist auch die persönliche Bindung der User an Google, wenn sie sich erst einmal an das Benutzen der Dienste gewöhnt haben.

Schlüsselaktivitäten

Was sind die wichtigsten Aktivitäten, damit das Geschäftsmodell funktioniert? Was sind die wichtigsten Schlüsselaktivitäten von Google+?
Die wichtigste Schlüsselaktivität von Google+ ist in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Nutzer von Google+ zu überzeugen. Die aktive Nutzung des neuen Netzwerks ist Voraussetzung dafür, dass die hier gesammelten Daten repräsentativ und zeitnah sind. Nur so kann Google seine Marktposition weiter ausbauen und festigen. Außerdem werden über das soziale Netzwerk auch andere Google Dienste automatisch mitbenutzt und etabliert. Das bedeutet, dass ein rasches Wachstum an neuen Mitgliedern unumgänglich ist.

Schlüsselpartnerschaften

Wer sind die Schlüsselpartner? Wer die die Schlüssellieferanten? Welche Schlüsselressourcen werden von Partner bezogen? Welche Schlüsselaktivitäten üben Partner aus? Wer sind die Schlüsselpartner von Google+?
Die Schlüsselpartner von Google+ sind die anderen Internetdienste von Google. Sie ermöglichen eine gute Verknüpfung und die Bekanntmachung des neuen Netzwerkes. Ob die Google Websuche, oder ­Gmail, Google Play, Youtube oder Google Drive bei Google+ laufen ­sie alle zusammen und werden miteinander vernetzt. Laut Google im November 2012 sind erst 20 % aller bisher bekannten bzw. geplanten Google+ Features ausgerollt. Die User dürfen sich daher wohl freuen, dass in den nächsten Monaten zahlreiche weitere Features ausgerollt werden und die Verzahnung zwischen den einzelnen Google Diensten noch weiter zunimmt.

Kostenstruktur

Welches sind die wichtigsten Kosten bei diesem Geschäftsmodell? Welche Schlüsselressourcen sind am teuersten? Welche Schlüsselaktivitäten sind am teuersten? Welches sind die wichtigsten Kosten bei diesem Geschäftsmodell?
Die wichtigsten Kosten für Google+ entstanden bei der Entwicklung und dauernden Weiterentwicklung des Netzwerkes. Ebenso erzeugen seine Bereitstellung und Wartung ­Kosten. Auf Grund der sagenhaften Kapitalausstattung und eines wunderbaren Cash Flows sind diese Investitionen bzw. Kosten aus der Sicht von Google nicht nennenswert, denn gelingt es Google damit soziodemografische Daten zu den Usern zu sammeln, welche für die Werbemaschine Google absolut wichtig sind, um ein noch besseres Targeting anbieten zu können.

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